FDP-Fraktion beantragt die Anhörung von Optionskommunen

Die FDP-Frak­tion möchte nach der auf Bun­des­ebene zu­stande ge­kom­me­nen, par­teiü­ber­grei­fen­den Ei­ni­gung zur Neu­or­ga­ni­sa­tion der Grund­si­che­rung für Ar­beit­su­chende früh­zei­tig aus­lo­ten, wel­che Chan­cen eine künf­tige al­lei­nige Auf­ga­ben­wahr­neh­mung durch die Re­gion bie­tet und hat da­her die Durch­führung ei­ner An­hörung von Ver­tre­tern aus Op­ti­ons­kom­mu­nen be­an­tragt.

Die ent­spre­chende Grund­ge­setzän­de­rung soll noch vor der Som­mer­pause von Bun­des­tag und Bun­des­rat ver­ab­schie­det wer­den. Da­her sei es not­wen­dig, dass die Re­gi­ons­po­li­ti­ker früh­zei­tig um­fas­send ü­ber die Chan­cen des Op­ti­ons­mo­dells für die Re­gion Han­no­ver so­wie ü­ber die Be­din­gun­gen für eine er­folg­rei­che Be­an­tra­gung in­for­miert wür­den, meint der FDP-Frak­ti­ons­vor­sit­zende Die­ter Lüd­decke. Um eine fun­dierte po­li­ti­sche Ent­schei­dung tref­fen zu kön­nen, möchte die FDP-Frak­tion ne­ben den In­for­ma­tio­nen aus der Re­gi­ons­ver­wal­tung auch ak­tu­elle Er­fah­rungs­werte aus be­reits prak­ti­zie­ren­den Op­ti­ons­kom­mu­nen in ihre Ent­schei­dung mit ein­be­zie­hen.

Das Op­ti­ons­mo­dell war grundsätz­lich von der FDP-Frak­tion von An­fang an fa­vo­ri­siert wor­den, da es die Mög­lich­keit bie­tet, die Ver­mitt­lung von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen in Ar­beit in al­lei­ni­ger Ver­ant­wor­tung zu ü­ber­neh­men. „Wir set­zen uns für die Ent­wick­lung ei­nes Or­ga­ni­sa­ti­ons­mo­dells ein, das ef­fi­zi­ent und fle­xi­bel den Pro­blem­la­gen der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen ge­recht wird. Ein wich­ti­ger Vor­teil der Kom­mune beim Op­ti­ons­mo­dell ist, dass eine di­rekte Ver­net­zung mit der Wirt­schafts­för­de­rung, der So­zi­al­po­li­tik und der Ju­gend­hilfe mög­lich ist“, so Lüd­decke.

Im Rah­men der Haus­halts­be­ra­tun­gen 2010 sei ü­ber­dies deut­lich ge­wor­den, wie be­droh­lich sich die Kos­ten­ent­wick­lung im Be­reich der Kos­ten für Un­ter­kunft, die die Re­gion Han­no­ver zahlt, auf den Re­gi­ons­haus­halt aus­wirkt. Für 2010 sind hier­für rund 42 Mio. Euro mehr als für 2009 ver­an­schlagt wor­den. „Nur mit dem Op­ti­ons­mo­dell ha­ben wir die Mög­lich­kei­ten sel­ber in der Hand, die­sen Be­trag durch eine er­folg­rei­che Ver­mitt­lung und Qua­li­fi­zie­rung der ALG-II-Emp­fän­ger zu ver­rin­gern“, er­gänzt Lüd­decke.
Außer­dem böte die al­lei­nige Auf­ga­ben­wahr­neh­mung bes­sere Chan­cen auf ein­heit­li­che Ziel­vor­ga­ben und ein ef­fek­ti­veres Con­trol­ling. „­Die in den letz­ten Mo­na­ten ent­stan­de­nen Span­nun­gen und Rei­bungs­ver­luste in den Job­Cen­tern der Re­gion Han­no­ver, die sich durch die Zu­sam­men­ar­beit mit der Bun­de­s­agen­tur für Ar­beit er­ge­ben ha­ben, ha­ben uns bei der Ver­mitt­lung von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen zurück­ge­wor­fen. Wir sind da­her da­von ü­ber­zeugt, dass die Auf­ga­ben­wahr­neh­mung in al­lei­ni­ger kom­mu­na­ler Ver­ant­wor­tung bes­ser ge­eig­net ist, eine zeit­ge­rechte Be­ar­bei­tung und Be­wil­li­gung von Ver­mitt­lungs­maß­nah­men und fi­nan­zi­el­len Leis­tun­gen für Hartz-IV-Emp­fän­ger zu ge­währ­leis­ten so­wie Ar­beits­lose wie­der in den Ar­beits­markt zu in­te­grie­ren“, er­klärt Lüd­decke.
Die al­lei­nige Zu­stän­dig­keit böte auch den Mit­ar­bei­tern der Job­Cen­ter künf­tig die Chan­ce, in kla­ren Struk­tu­ren un­ter bes­se­ren Ar­beits­be­din­gun­gen als bis­her ihre Auf­ga­ben er­folg­reich zu be­wäl­ti­gen. „­Die Re­gion Han­no­ver ist ein ver­läss­li­cher und at­trak­ti­ver Ar­beit­ge­ber, auch für bis­he­rige Mit­ar­bei­ter der Bun­de­s­agen­tur. Wir se­hen da­her für die Be­schäf­tig­ten in den Job­Cen­tern keine Nach­teile durch das Op­ti­ons­mo­dell. Im Ge­gen­teil: Eine ein­heit­li­che Res­sour­cen- und Per­so­nal­ver­ant­wor­tung er­mög­licht erst eine gute stra­te­gi­sche Per­so­nal­ent­wick­lung“, meint Lüd­decke.

Die Frist für die Be­an­tra­gung ei­ner Op­tion läuft am 31. De­zem­ber 2010 aus. Bun­des­weit kön­nen zukünf­tig ü­ber die bis­he­ri­gen 69 Op­ti­ons­kom­mu­nen hin­aus wei­tere 41 zu­ge­las­sen wer­den. In Nie­der­sach­sen ar­bei­ten bis­her be­reits 13 Kom­mu­nen mit dem Options­mo­dell.

Nach Auf­fas­sung der FDP-Frak­tion sollte die Re­gion da­her schnell tätig wer­den, um die Chan­cen ei­nes Op­ti­ons­mo­dells aus­zu­lo­ten. Der Bund stellt eine Ran­king-Liste auf, nach der ent­schie­den wird, wel­che Kom­mu­nen zum Zuge kom­men. „Wir soll­ten der Lan­des- und der Bun­des­po­li­tik ein frühes und un­miss­ver­ständ­li­ches Si­gnal sen­den, um die Chan­cen der Re­gion Han­no­ver zu er­höhen“, er­klärt Lüd­de­cke ab­sch­ließend.

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